Friedrich Merz bei der Jahreshauptversammlung der CDU Hexental

Badische Zeitung vom 6.November 2018

Von Julius Steckmeister

 

MERZHAUSEN. Der CDU-Gemeindeverband Hexental hat sich am Freitag zur Jahreshauptversammlung im Gasthaus Frohe Einkehr in Merzhausen getroffen. Dabei konnte er spontan einen prominenten Überraschungsgast begrüßen: Friedrich Merz, der Aspirant auf die Merkel-Nachfolge, war zu Gast in Merzhausen.
Für ein kurzes Statement schaute er bei seinen Hexentäler Parteigenossen vorbei und betonte, dass er als Privatmann anlässlich eines Familienbesuches in Merzhausen sei und keine Stellungnahme zu seiner Bewerbung um die Nachfolge Angela Merkels als CDU-Bundesvorsitzender abgeben wolle.

Merz ließ es sich jedoch nicht nehmen, die knapp zwei Dutzend Mitglieder des CDU-Ortsvereins für ihre wichtige politische Basisarbeit ebenso zu beglückwünschen wie darin zu bestätigen. Wie auch immer die Nachfolge Merkels aussehen werde, es sei vor allem wichtig, die Positionen der Christdemokraten und den von Merkel eingeschlagenen Kurs weiterhin gemeinsam, deutlich und pointiert nach außen zu vertreten.

Auf Spekulationen zu weiteren möglichen Nachfolgern sowie seinen Chancen gegen Annegret Kramp-Karrenbauer und Jens Spahn, für Letzteren – so hatte zuvor Landtagsabgeordneter Patrick Rapp angemerkt – komme das Amt „noch etwas zu früh“, wollte sich Merz vor den kurzfristig verstummten Ortsvereinsmitgliedern nicht einlassen und verschwand so plötzlich, wie er gekommen war.

Abgesehen von dem Überraschungsgast standen zwei Ehrungen im Mittelpunkt der Jahreshauptversammlung. Gemeinsam mit Patrick Rapp beglückwünschte Ortsvereinsvorsitzender Martin Uhl den Auer Landwirt und ehemaligen Gemeinderat Andreas Sauter zu 25-jähriger Parteizugehörigkeit. Eine seltene Auszeichnung, die für besondere Verdienste um die CDU nämlich, überreichte Rapp dem langjährigen Ortsvereinsvorsitzenden und jetzigen Ehrenvorsitzenden Andreas Schonhardt. Der Merzhauser Lehrer im Ruhestand und Gemeinderat habe nicht nur viel für die Partei, sondern auch für ihn selbst getan. „Du hast mich in Richtung Kreisvorsitz gebracht. Ich konnte dich Tag und Nacht anrufen und um Rat fragen, und ich habe viel von dir gelernt“, umriss Rapp sein Verhältnis zum Geehrten.


„Norbert Blüm, Heiner Geißler, Hans Katzer – wegen dieser drei bin ich in die CDU eingetreten“, bekannte Schonhardt. Als seinen politischen Schwerpunkt bezeichnete er die soziale Verantwortung, „das kommt mir manchmal etwas zu kurz.“ Schonhardt versicherte dennoch, alles dafür tun zu wollen, dass „die CDU wieder in die Erfolgsspur kommt“.

Schwierig stelle es sich dar, für die Kommunalwahlen 2019 „eine schlagkräftige Liste“ zusammenzubekommen, so Schonhardt. Dies bestätigte Wolfgang Schanz aus Au. Er wollte wissen, wie der Ortsverein zum Thema offene Listen ohne Parteinamen stehe, da sich hierfür leichter Kandidaten begeistern ließen.

Unruhige Zeiten herrschen derzeit in Horben. Franz-Georg Blattmann betonte, dass der Gemeinderatsbeschluss, die Verwaltung nach Merzhausen zu verlegen, Bestand habe. „Die Eigenständigkeit als höchstes Gut erhalten“, wollte auch Jörg Kindel, der als Doppelbürgermeister von Au und Wittnau aus Wittnau berichtete. Auf den Satzungsbeschluss für den Bau des Lebensmittelmarktes Mitte November blickte Martin Uhl aus Sölden voraus. Freie Listen seien „für kleine Gemeinden durchaus sinnvoll“, fand Johannes Wiesler in seinem Bericht aus Bollschweil.

„Die Grünen picken sich die politischen Rosinen raus“, stieg Rapp mit Kritik am Koalitionspartner in die Landespolitik ein, wo er mit Themen wie der Wiederkehr des Wolfes zum Unmut einiger Anwesender dann auch verharrte.

Bilder: privat